Wer sich heutzutage fürchtet, tut sich leicht(er): Er fürchtet sich VOR etwas. In der Regel davor, dass eine bestimmte Situation eintritt. Er fürchtet sich, sich oder seinerseits andere anzustecken, krank zu werden, dahinzusiechen. Also wappnet er sich mit Atemmasken, schluckt Vitamine, stärkt sein Immunsystem, isoliert sich, folgt politischen Vorgaben, raunzt andere Menschen an, wenn der geforderte Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten wird. Angst zu haben jedoch ist wie Don Quijotes Kampf gegen Windmühlen. Angst entzieht sich. Wo, was, wer und wie sind die Angstgespinste, gegen die ich mein Schwert erheben kann? Kurz: Wer sich fürchtet, kann sich rüsten, kann etwas TUN. Wer sich ängstigt, glaubt sich ausgeliefert, sieht sich wehrlos, hilflos. Sogar im therapeutischen Bereich „freuen“ wir uns, wenn ein Phobiker sich zur Behandlung einfindet: Eine Phobie meint eine übertriebene Furchtreaktion in einer spezifischen Situation bzw. vor einem spezifischen Objekt, wobei sich der...