Du blickst zurück: Das Jahr hat es nicht gut mit dir gemeint. Vielleicht war es auch das ganze Leben.

Du weißt nicht mehr, wie oft du wieder aufgestanden bist, nachdem du gefallen bist, wie oft du deine Hoffnung aus den Scherben deiner Träume neu zusammengebastelt hast. Windschief und wacklig steht sie da, trotzt kaum noch dem nächsten Hauch. Du hast dich aufgerichtet an dem Glauben, es gäbe, irgendwann, auch für dich ein „danach“. Durchhalteparolen skandierend, hast du dir trotzige Rebellion auf hoch gehaltene Fahnen geschrieben, hast dich selbst mit deinem Tun vertauscht, und einmal dachtest du sogar, endlich entschädigt zu sein. Du hast ans Glück geglaubt, bis dir der Köder wieder weggezogen wurde.

Du siehst ein, dass es für dich keine Wiedergutmachung gibt. Nun weißt du nicht mehr, was einfacher, was schwieriger ist: Aufgeben und weitermachen gleichen sich aus, jeder Unterschied taut weg. Du hast verstanden, dass du niemanden retten kannst, dich selbst nicht, noch weniger die, die du liebst. Du wirst lernen müssen, sie zurückzulassen, immer hoffend, dass das Schicksal es besser mit Zurückgelassenen meint.

Wenn dir nichts mehr bleibt, bleibt dir die Wahl, wie du deinem Schicksal gegenüber trittst. Die Freiheit der Stellungnahme, die wir von Viktor Frankl lernen, begleitet uns im Leben, im Leiden wie in Krankheit oder Tod: Sie gibt dir noetische Freiheit, auch, wenn du alles verloren hast, auch, wenn du stirbst. Selbst dann, wenn du dem Leben nichts mehr abgewinnen kannst, wenn du weißt, dass du nichts zu ändern vermagst, bleibt dir die Freiheit, jedem Schmerz entgegen zu lachen.

Hebe also dein Gesicht, schau in die Nacht des Himmels über dir, fantasiere dir ein Lächeln im Vollmond herbei. Sage dir „Ich habe alles versucht. Es geht nicht mehr.“ Und dann lass los. Lass alles gehen, was du nicht mehr brauchst, hole dir heroisch deine Würde zurück. Du gehst nicht vor, du gehst nicht nach, du schreitest deinen eigenen Weg voran. Lass los – und du hast beide Hände frei. Wer weiß: Vielleicht fängst du ein Stückchen Liebe, ein bisschen Leben ein.

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