Suche nach dem Sinn des lebens

Wie viele Träume hast du dieses Jahr begraben? Welche Liebe nicht gelebt? Welchen Glauben hast du aufgegeben? Wie viel hat es gekostet, nicht, es wäre doch so einfach, aufzugeben?

Vielleicht hast du eingesehen, dass es für dich doch keine Hoffnung gibt – alles, was sie versprach, ist als Lüge entlarvt. Kein Sonnenuntergang wartet darauf, dass du in ihn tanzt, kein grüner Hügel lädt dich zum Hinunterlaufen ein. Alle Tränen sind geweint, alle Berührungen umsonst.

Was bleibt scheint nur das Warten auf die Linderung der Traurigkeit. Nicht, weil du noch denkst, sie könne je vergehen, sondern weil irgendetwas anderes sich wie ein dickes Tuch darüber legt. Lange schon weißt du, dass sie darunter wartet - nicht behände lauernd wie die Verzweiflung und das Entsetzen, sondern träge mäandernd wie ein gemächlicher Strom.

Du hast alle Schichten abgezogen, glanzlos rostet dein skelettiertes Ich dahin. Woran hältst du dich nun fest?

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In der Ferne muss ich mich verlieren, um dich zu finden. Ich schicke mein wanderndes Herz in die Steppe der Nacht, hatte ein Ziel vor Augen, umkreiste mottengleich das Licht. Wie eine künftige Momentaufnahme meines Seins, und was doch dort fehlen wird, ist dein müdes, sanftes, dünnes Lächeln, das mich erst in die Welt entsandte, weil ich es verlor. Weil es mir abhanden kam wie anderen Menschen der Briefkastenschlüssel, weil ich es vergaß, wie einen Handschuh liegen ließ, meist den rechten, weil es mir genommen war, weil du starbst. Und immer noch, nach all der Zeit, werden meine Augen feucht, kann denn jemals jemand auch vergessen? Und alles in mir sehnst sich nach dir, nach deinen Armen, deiner knochigen Schulter, deine Größe, die es mir erlaubte, mich in ihr zu verbergen. All die Momente, in denen du mir deine Welt eröffnetest, all das Kleine war so groß, unwiederbringlich heute klein geschrumpft. Und wenn ich nun beim Betreten dieses Kellers, ganz automatisch, meinen Arm nach

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