Du sagst, du kannst nicht mehr, du wartest auf ein Zeichen. 
So setzt du dich vor den Dornbusch und blickst in hypnotisierend an, damit er sich entzünde.

Wie lange du verharren willst, frage ich dich, während ich dir aus schwefelgelben Wattewolken, die ich vom Himmel pflücke, einen wärmenden Überwurf stricke. Ich hasse Handarbeit.

Bis du endlich Antwort bekommst, entgegnest du und blickst weiter in imaginäre Flammen.

Wie fragil die Hoffnung ist, wenn sie von einem Signal, das nicht kommen mag, abhängt...

Umgeben bist du von Menschen, die du kennen solltest, die dich mit Kosenamen rufen – doch sind sie dir fremd, du durchschaust sie nicht. Du weißt, du kannst doch lachen, scherzen, sogar tanzen, dich immer weiter im Kreise drehen – niemand wird merken, wie fremd du bist – und doch sind wir von einem unsichtbaren Zaun getrennt. 
Irgendwo haben andere Menschen eine Absperrung errichtet, durch die niemand mehr kommt. Sie lassen andere draußen, scharen sich zusammen, um etwas zu schützen, was niemand beim Namen nennt.

Wie zermürbend Hoffnung ist, wenn sie auf Mitfühlen zielt.

Einmal zu viel hast du dich im Kreis gedreht, deinen Spitzentanz geübt – so alt bist du nun, dass du dich kaum mehr im Spiegel erkennt. 
Komm´, lass uns, für einen Abend nur, so tun, als seien wir jung geblieben, als kannten wir uns seit Ewigkeiten schon, als gehörte die gemeinsame Zukunft nur uns. Steh´ auf von deinem Posten vor dem Dornbusch und gehe mit mir, ein Lagerfeuer entfachen, ich will dich bei der Hand nehmen, für einige Stunden nur. Danach, ja, danach, da kehren wir in unser Leben zurück, ziehen den Strafzettel unter den Scheibenwischern hervor und ärgern uns. Jedes Gefühl ist besser als diese seelenlose, gottverlassene Einsamkeit der Hoffnung, die sich nie erfüllt und doch nicht weichen will.